DER BRENNINGER | ALS MÜNCHENS EIS NOCH GLÄNZTE

München besitzt eine wunderbare Eislauf-Tradition.

„Schon der Kronprinz Rupprecht schickte seine Kinder in die Galeriestraße (heute Unsöldstraße) im Lehel, wo 1893 eine Kunsteisbahn errichtet wurde. Sie hieß im Volksmund „Schachterl Eis“ und war ungemein beliebt. Aber weil es irgendwann mal keine Monarchie mehr gab in Bayern, wurde die Bahn 1960 abgerissen und statt dessen ein Hotel hingestellt.

„Ähnlich“, grummelte der Brenninger, „war es mit dem Eishockey: Was da alles aufgebaut und wieder abgerissen wurde!“ Da gab es beispielsweise den FC Bayern in der Eishockey-Bundesliga, den EHC 70 und die München Barons, später dann den EHC ohne die Zahl 70 – und jetzt sind es gerade die Red Bulls, die mit einem EHC vorne dran dem Puck-Metier an der Isar zum Durchbruch zu verhelfen scheinen.

Von sozusagen ewiglichem Erinnerungswert hingegen – Münchens legendäres Eis-Quartett. Brenninger kann sie auswendig aufzählen:

„Manfred Schnelldorfer (heute 76) – Olympiasieger im Eiskunstlaufen der Männer 1964.“
„Erhard Keller (heute 74) – 500-m-Eischnelllauf-Olympiasieger 1968 und 1972.“
„Monika Holzner-Pflug-Gawenus (heute 65) – 1000-m-Eisschnelllauf-Olympiasiegerin 1972.“
Gerti Schanderl (heute 63) – 4fache Deutsche Meisterin im Eiskunstlaufen und WM-Vierte 1974.“  (In München!).
„Und wenn ihr in diesem Herbst und Winter“, wandte der Brenninger sich an seine Nichten und Neffen und Cousins und Cousinen, die sich um den Sonntags-Kaffeetisch anlässlich eines runden Familien-Geburtstags versammelt hatten, „eure Kringel auf dem glitzernden Parkett dreht –  dann denkt doch zwischendurch auch ein wenig an Münchens frühere Eis-Glanztage. Euer Genuss wird sich dadurch garantiert noch erhöhen!“.

Stolz über sein Wissen, das er an den Tag gelegt hatte und zuversichtlich bezüglich der pädagogisch wertvollen Aufforderung, der Tradition zu gedenken, verließ der Brenninger geschmeidiger als es seine 47 Lebensjahre eigentlich verlangten, den Raum.

Und erlebte Gottseidank nicht, wie die Youngster sich fast alle eine Hand vor den Mund pressten – um nicht lauthals heraus zu prusten. Schon seltsam, dachten die Teenager, was so ein Uralt-Opa doch für Vorstellungen hat.

Jupp Suttner

 

Wer den Brenninger nicht kennt: Der ist  47 Jahre jung, 1,77 m groß, bisweilen bis zu 80 kg schwer und ein typischer Freizeitsportler. Er ist auch oftmals auf Reisen. Was er unterwegs und zu Hause erlebt, lesen Sie jeden Dienstag auf Reise-Stories.de – niedergeschrieben von Jupp Suttner. Wobei schon allein am Alter ersichtlich ist, dass der Autor NICHT der Brenninger ist. Wer genau hinter B. steckt – wer weiß das schon…

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